Im Zentrum von Wertach wurde ein ehemaliger Bauernhof neu belebt.

Ein Dorfkern, in welchem nicht nur Geschäfte der Nahversorgung, sondern auch ein Arzt und eine Apotheke zu Fuß erreichbar sind – für die Bewohner von Wertach ist dies ein absoluter Mehrwert. Davon ist auch Architekt Christian Gehring überzeugt, der mit seinem Plan.G Architekturbüro das Projekt von der Entwurfsphase bis zur Baufertigstellung begleitete. Dort, wo einst die Scheune eines landwirtschaftliches Anwesen stand, ist nun ein modern interpretiertes Gebäude entstanden, das sich perfekt in die Umgebung einfügt und dennoch den Charme des ursprünglichen Anwesens behalten hat. Das ehemalige Wohnteil des Bauernhofes blieb bei den Neubaumaßnahmen unverändert bestehen.

Im Vordergrund des gesamten Projektes stand, dass das entstehende Objekt mit dem bleibenden Bestandsgebäude korrespondieren sollte. „Wir wollten die vorhandene Struktur aufnehmen, aber dennoch eine moderne Formensprache anwenden“, sagt Christian Gehring. Als Energieeffizienzhaus und in Holzbauweise erstellt, erfüllt es alle Vorzüge für ein angenehmes und gesundes Wohnklima. Dabei galt es Brandschutz, Schallschutz und die statischen Belange für die dreigeschossige Holzfachwerkskonstruktion in Einklang zu bringen. Sogar die Geschossdecken wurden in Massivholzbauweise erstellt. Der Abbund und die Vorfertigung des gesamten Holzhauses fand in der örtlichen zertifizierten Zimmerei Driendl statt. Für das gesamte Gebäude wurden 375 Kubikmeter Bauholz verarbeitet, was etwa 350 schlagreifen Fichtenbäumen entspricht.

 „Wir wollen mit dem Ort Wertach und für den Ort Wertach bauen“, so die Maxime der Bauherrenfamilie. Ein durchaus idealistisches Vorhaben, das von der Gemeinde Wertach in planungsrechtlichen Belangen tatkräftig unterstützt wurde. „Dennoch galt es bis zur Verwirklichung einige Hürden zu überwinden“, erinnert sich Christian Gehring. Denn um die gewünschten Ansprüche zu erfüllen, bedurfte es einer Änderung des bestehenden Bebauungsplans. Die größte Herausforderung lag laut Architekt aber in der zeitlichen Vorgabe. Denn die Räume für die Apotheke mussten zwingend bis Juni 2021 bezugsfertig sein, um sie im Ort zu behalten. Die örtlichen, beauftragten Gewerke schafften es aber, trotz widriger Umstände den Bau in einer zwölfmonatigen Bauzeit fertig zu stellen. „Diese Energieleistung konnte nur durch das gemeinsame und gute Miteinander der örtlichen Handwerksbetriebe erbracht werden“.

Wo einst Schweine und Kühe im Stall standen, steht heute in Wertach in guter Erreichbarkeit und unmittelbarer Nähe zu lebensnahen Geschäften ein Schmuckstück, das sich nicht nur äußerlich an die Umgebung anpasst, sondern mit Apotheke und Arzt unter einem Dach eine Bereicherung für den Ort ist.

Text: Susanne Pinn

Die Front des Neubaus ist zum Ort hin ausgerichtet und zeigt von der Verbundenheit mit diesem.

Wo einst die alte Tenne an das Wohngebäude des Bauernhauses grenzte, befindet sich heute ein modern interpretiertes Wohn- und Geschäftshaus.

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